Arbeitszeugnisse folgen in Deutschland einer eigenen, oft verschlüsselten Sprache – der sogenannten Zeugnissprache. Wer sie nicht kennt, überliest leicht, ob eine Formulierung eigentlich ein Lob oder eine versteckte Kritik ist.

Die Notenskala der Zeugnissprache

Vereinfacht gilt: „stets zu unserer vollsten Zufriedenheit“ entspricht einer Eins, „zu unserer vollen Zufriedenheit“ einer Zwei, „zu unserer Zufriedenheit“ einer Drei, „im Großen und Ganzen zu unserer Zufriedenheit“ einer Vier. Fehlt die Steigerung „stets“ oder „voll“ ganz, lohnt sich ein genauerer Blick.

Worauf du in deinem Zeugnis achten solltest

Ein gutes Arbeitszeugnis ist wohlwollend, aber wahr formuliert – so schreibt es das Gesetz vor. Prüfe, ob Aufgaben, Position und Zeitraum korrekt wiedergegeben sind, ob deine wichtigsten Erfolge erwähnt werden und ob die Schlussformel (Dank, Bedauern, gute Wünsche) positiv ausfällt.

Typische Stolpersteine

Auffällig knappe Zeugnisse, fehlende Angaben zu Sozialverhalten oder eine unübliche Reihenfolge der Aufgaben können Warnsignale sein. Auch das Fehlen der Schlussformel wird in der Praxis oft als negatives Signal gedeutet, selbst wenn das rechtlich nicht eindeutig geregelt ist.

Was tun bei einem schlechten Zeugnis?

Du hast Anspruch auf ein wohlwollendes und wahrheitsgemäßes Zeugnis. Sprich mögliche Korrekturen zunächst sachlich mit deiner bisherigen Arbeitgeberin oder deinem bisherigen Arbeitgeber ab – häufig lässt sich eine für beide Seiten passende Formulierung finden, bevor es überhaupt zu einem Streit kommt.

Gut zu wissen für Bewerbungen bei worKings

Wenn du dich bei worKings bewirbst, ist ein Arbeitszeugnis hilfreich, aber kein Muss – wir schauen vor allem auf deine Motivation und Erfahrung und beraten dich gerne, wie du vorhandene Zeugnisse am besten einsetzt.